Die Geschichte des Landtages Salzburg

Der Begriff „Landtag“ ist erstmals im Jahr 1327 vorgekommen. Damals versammelten sich noch die Landstände des Erzstiftes Salzburg, zu denen die Vertreter der Prälaten, der Ritter und der Bürger gehörten. Heute könnte man das mit einer Versammlung vergleichen, bei der sich Vertreter der Pfarrer, der Polizei und der Gemeinde eines Ortes treffen. Die Landstände verhandelten mit dem Erzbischof, der damals auch politisch die ganze Macht in Salzburg hatte, über Steuerausschreibungen und über militärische Maßnahmen. Kurze Zeit später verwendete man den Begriff „Landtag“ für Personen, die an den Sitzungen teilnahmen.

 

Der Begriff „Ausschuss“ hat sich im 16. Jahrhundert entwickelt. Weil es damals keine Autos, Flugzeuge oder öffentliche Verkehrsmittel gab, war das Reisen sehr schwierig und teuer. Auch für einige Mitglieder des Landtags war es nicht einfach, für jede Besprechung nach Salzburg zu kommen. Deswegen wurden Ausschüsse aus den wichtigsten Vertretern gegründet. Somit mussten nicht mehr alle Landtagsmitglieder für jede Besprechung anreisen, sondern nur die Vertreter des jeweiligen Ausschusses. Erst im Jahr 1861 gab es den ersten Landtag, der von den Bürgern gewählt wurde. Das Wahlrecht richtete sich damals nach der Höhe der einbezahlten Steuern der Bürger. Das bedeutet, alle Bürger die sehr viele Steuern zahlen mussten hatten auch viel Macht und alle Bürger, die nur wenig Steuern zahlten hatten weniger Macht. Zu dieser Zeit wurde der Chiemseehof gekauft, der auch heute noch der Sitz des Landtags Salzburg ist.

 

1870 bestand der Landtag noch aus 26 Mitglieder, dazu zählten:

  • Der Fürsterzbischof
  • Fünf Abgeordnete, die Großgrundbesitzer waren
  • Zehn Abgeordnete, die von den Städten und Märkten kamen
  • Zwei Abgeordnete, die von der Handels- und Gewerbekammer kamen
  • Acht Abgeordnete, die aus den Landgemeinden kamen

 

 

Die Mitglieder beschlossen Gesetze für das Land Salzburg und schickten Abgeordnete zum Reichsrat nach Wien.
Nach dem ersten Weltkrieg (1914 – 1918) wurde das System der Monarchie, das bedeutet, dass es einen König und eine Königin gibt, aufgelöst und aus Österreich wurde eine Republik. Das bedeutet, dass das Staatsoberhaupt (früher der König, jetzt der Bundespräsident) von der Bevölkerung gewählt wird. Durch die Republik bekam der Landtag viel mehr Aufgaben.
Es wurde das Proporzsystem (Verhältniswahlrecht) eingeführt, das bedeutet, dass alle Parteien, die bei einer Wahl einen bestimmten Prozentsatz an Wählerstimmen bekommen (und dadurch eine bestimmte Anzahl an Abgeordneten), einen Anspruch auf einen Sitz in der Regierung haben, also mitbestimmen dürfen.

Weil 1939 der Zweite Weltkrieg begann, gab es den Landtag vorübergehend nicht mehr.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Landtag am 12. Dezember 1945 wieder eingeführt. Im Landesverfassungsgesetz von 1947 wurden die Grundlagen für unseren heutigen Landtag festgelegt.


Hier findest du die Stimmen und Mandatsanteile bei den Landtagswahlen seit 1945

Stimmen_und_Mandatsanteile_bei_den_Landtagswahlen_seit_1945.pdf

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